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Kurzchronik des Gesangvereins Germania Schleißheim

 

Am 1. Oktober 1887 gründet ein Dutzend sangesfreudiger Männer den MGV Germania Schleißheim, um fortan fleißig deutsche Lieder zu singen. Die Namen der Gründungs-mitglieder sind noch bekannt und zum Teil noch heute in Schleißheim zu hören.

Kurzchronik des Gesangvereins Germania

Bald schon ist die Sängergemeinschaft fester Bestandteil von Vereinsfesten und wird auch oft zu privaten Feiern gerufen. Georg Neuhäusler wird im Jahre 1902 als Dirigent von Lehrer Geissler abgelöst. Aber schon 1904 übernimmt Neuhäusler dieses Amt wieder.

Seit dieser Zeit besteht eine gute Verbindung zur Liedertafel Dachau, dem Patenverein des MGV. Einen großen Gönner findet der Verein damals in dem Baumeister Josef Simek, der bald Ehrenmitglied wird, ebenso wie Johann Hartner sen., der über 65 Jahre dem Verein angehört und auch zeitweise Vorstand ist.

Noch vor dem ersten Weltkrieg feiern die Sänger den 90. Geburtstag des Prinzregenten Luitpold vor dem Neuen Schloss. Dieser eröffnet am 1. April 1912 den Flugplatz Schleißheim, wobei der MGV Germania etliche Lieder aus seinem Repertoire zum Besten gibt.

Dann ruht das Vereinsleben während des Ersten Weltkrieges vollkommen und erwacht wieder im Jahre 1919 unter seinem Dirigenten Georg Neuhäusler zum Leben. Auch der spätere Geistliche Rat Josef Kranz tritt dem Verein bei.

Während des Dritten Reiches steht der Verein, wie schon zweimal zuvor, vor der Auflösung und lebt nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Dirigenten und späteren Schulrektor Josef Mertl zusammen mit Vorstand Johann Hartner sen. wieder auf.

In den 50er Jahren erreicht der Verein eine Stärke von ca. 40 aktiven Sängern, die er an manchen Chorproben auch mal übertrifft.

Am 3. Juni 1962 wird das 75jährige Jubiläum begangen, wozu Glückwünsche von allen Seiten eingehen. Nachbarvereine wie die Liedertafel Dachau, der Sängerkreis Lohhof, der Gesangverein Indersdorf und die Liedertafel Fasanerie-Nord singen zu diesem Jubiläum und runden so das große Fest ab. Die Chordirigenten wechseln: Auf Josef Mertl folgen Rudolf Erb, Wolfram Stronk und Jürgen Rebhan. Danach wird die Sängerschar von Max Müller dirigiert, und unter ihm wird eine Kassette zur 1200-Jahr-Feier der Gemeinde Oberschleißheim besungen. Damaliger Vorstand des MGV ist der umtriebige und allseits beliebte Sebastian Kuchlbauer.

Im Jahre 1982 wird das Bürgerhaus in Oberschleißheim eröffnet, und natürlich umrahmt das Fest der MGV mit seinen Liedern.

Kurzchronik des Gesangvereins Germania

Dann folgt das Jubiläum 100 Jahre MGV Germania mit einem großen Festprogramm im Bürgerhaus. Am 4. Juli 1987 wird dazu ein anspruchsvolles Programm geboten, mit Werken von Schubert, Mozart, Grieg und Tschaikowsky. Mitwirkende sind, neben unserem Chor, Laienmusiker vom Collegium Musicum Vesperbild, der Liedertafel Dachau und die Solisten Robert Römer und Karl Leibhard. Am Sonntag, den 5. Juli ist ein Festumzug mit Festgottesdienst und Bänderverleihung. Am Nachmittag findet ein gemütliches Beisammensein im Bürgersaal mit musikalischer Umrahmung durch die Gastvereine und die Blaskapelle Oberschleißheim statt. Als weiteren Dank erhält der Verein für sein 100jähriges kulturelles Wirken die „Zelter“-Plakette in Ottobeuren überreicht. Der Vorstand zum Jubiläum, Seb. Kuchlbauer und Dirigent Max Müller, haben alle Hände voll zu tun und meistern die Aufgabe mit Bravour.

Sogleich geht die Planung weiter mit der Reise zu einem Musikanten- und Sängerwettstreit, dem sog. „Eisteddfod“ in Roodepoort bei Johannesburg/Südafrika. Geplant von dem Sänger Peter Wagner, der auch beruflich oft in Südafrika weilt, nehmen 39 Aktive, 23 Ehefrauen und Gäste und die Fahne des MGV an der Reise teil. Unvergessen ist das Sängerfest mit sieben Männerchören in bester Besetzung, wobei der Chor des MGV einen achtbaren 4. Platz erreicht. Im Finale dann alle sieben Chöre gemeinsam zum Gefangenenchor aus Fidelio (Beethoven) auf der Bühne mit einem riesigen Applaus aller sonstigen Mitwirkenden und auch vom südafrikanischen Fernsehen.

Danach beginnt der wohlverdiente Urlaub mit Besuchen in Kapstadt, dem Krüger Nationalpark und vielen weiteren Naturerlebnissen für unsere Sänger. Noch heute, fast dreißig Jahre später, geraten die Reisenden ins Schwärmen, wenn sie auf dieses Ereignis angesprochen werden, und viele Mitbringsel und Bilder aus dieser Zeit finden sich in den Annalen des MGV. Erster Vorstand war damals Seb. Kuchlbauer, und als Chorleiter zeichnete Max Müller verantwortlich.

Der nächste große Wechsel im MGV findet im Jahre 1989 statt, als der bisherige 2. Vorstand Robert Römer den mehr als 2 Jahrzehnte im Vorstand tätigen Sebastian Kuchlbauer ablöst. Er nimmt sich eine Verjüngung des Chors vor und stellt entsprechende Weichen in der Öffnung des MGV für neues Liedgut und andere Musikrichtungen. Ende 1991 verabschiedet sich der langjährige Dirigent Max Müller vom Chor und wird zum Ehrenchormeister ernannt. Auf ihn folgt der neue Dirigent Eduard Hitzler aus Ottobrunn. Auch Robert Römer gibt den 1. Vorstand im Jahre 1992 ab, und der bisherige 2. Vorstand Günter Lekies übernimmt das Amt. Bereits 1994 kehrt Max Müller als Dirigent wieder zurück und begleitet bis ins Jahr 2000 weitere sieben Jahre das musikalische Geschehen im MGV. 1995 stellt sich erstmals der bisherige 2. Vorstand Gerold Olbert zur Wahl als 1. Vorstand und erhält auch das Vertrauen der Chorgemeinschaft.

Im Jahr 1998 entwickelt sich aus ersten Anfängen unter der Leitung von Frau Gertraud Leibhard der Gemischte Chor. Mehrere Frauen, deren Ehemänner im MGV singen, treffen sich regelmäßig eine Stunde vor der Männerprobe zum Singen und bringen dann 1999 ihr Liedgut auch erstmals öffentlich zur Aufführung. Seitdem ist der Gemischte Chor fester Bestandteil des MGV und erfreut sich wachsender Zustimmung.

Im Jahre 1999 übernimmt Gerd Enderlein, jahrelang Schriftführer und 2. Vorstand, die Aufgabe des 1. Vorstands. Gleich wird er vor eine große Aufgabe gestellt, denn der Dirigent Max Müller muss ersetzt werden. Durch einen glücklichen Zufall wird ein Musikmeister aus Herxheim in der Pfalz gefunden, der durch einen beruflichen Wechsel wieder Anschluss an einen Chor sucht. Siegfried Trauth übernimmt ab Frühjahr 2000 den Dirigentenstab, und mit ihm kommt Neues in den MGV. Neues Liedgut, straffe und geordnete Proben und viel Engagement zeigen schon bald Wirkung. 2001 übernimmt Siegfried Trauth, genannt Siggi, auch den Gemischten Chor und wagt sich schon bald an anspruchsvolle Lieder.

Im Juni 2001 nimmt der Chor Abschied von seinem langjährigen Mitglied, Dirigenten und auch Vorstand Josef Mertl, dem der MGV in all den Jahren so viel zu verdanken hat.

Nächster Höhepunkt ist, neben den alljährlichen Auftritten zum Kleinen Konzert, den Messen, den Sommerfesten und den Vereinsausflügen, eine Einladung nach Mecklenburg-Vorpommern in die Nähe von Schwerin im Jahr 2005. Vier tolle Tage bei bester Gastfreundschaft und viel Gesang zeigen einen Männerchor und auch den Gemischten Chor in bester Verfassung. Eine Gegeneinladung anlässlich eines Sommerfestes des Vereins wird gern angenommen und bringt „Ost und West“ wieder ein Stück näher.

Am 1. August 2008 erhält der Verein durch Satzungsänderung den Namen „Gesangverein Germania Schleißheim“, um auch die Damen des Gemischten Chors in die Namensgebung einzubeziehen. Außer den üblichen Auftritten wirken die Chöre auch beim Ökumenischen Gottesdienst am Tag der Vereine 2007 und 2010 sowie bei Benefizkonzerten mit. Der Verein wächst auf etwa 75 Mitglieder (aktive bzw. passive) an.

Durch den Rücktritt des langjährigen Chorleiters Siegfried Trauth und des bewährten 1. Vorstands Gerd Enderlein erwartet den Verein zum Anfang 2010 erneut eine personelle Herausforderung. Glücklicherweise können die junge dynamische Musikpädagogin und Sängerin Lusi Yang als neue Chorleiterin und der im Verein aktive Sänger Peter Wagner als 1. Vorstand gewonnen werden. Das erfolgreiche „Kleine Konzert“ im Oktober 2010 mit einigen Überraschungen anlässlich des 1225jährigen Bestehens der Gemeinde unter Einbeziehung von Gastchören zeigt den Gesangverein Germania Schleißheim auf neuen Wegen.

Nach dem Rücktritt von Lusi Yang aus beruflichen Gründen übernimmt Elena Bedtke die Leitung des Chors. Auf Peter Wagner, der Ende des Jahres 2011 den Chor verlässt, folgt Prof. Dr. Hartmut Schmidt im Amt des 1. Vorsitzenden.

Am 15. September 2012 findet im voll besetzten Saal des Oberschleißheimer Bürgerhauses ein großes Jubiläumskonzert anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Gesangvereins Germania statt, was auch in einer anspruchsvollen, aufwändigen Festschrift gewürdigt wird. In Anwesenheit von Landrätin Rumschöttel und 1. Bürgermeisterin Elisabeth Ziegler führt Dr. Schmidt mit informativen und launigen Worten durch einen abwechslungsreichen und sehr unterhaltsamen Festabend. Als Gäste nehmen teil: Kath. Kirchenchor St. Agnes, München-Lerchenau, unter der Leitung von Max Müller, Pfarrverbandschor Oberschleißheim unter der Leitung von Wolfgang Feuerlein, Chor der Trinitatiskirche Oberschleißheim unter der Leitung von Aribert Nikolai, Blaskapelle der Musikvereinigung Oberschleißheim unter der Leitung von Harald Kirch, die Solisten Julia Lipcan, Robert Römer und Alfredo Becker sowie Felix Thalhammer, der Solisten und Chöre von Germania am Flügel begleitet und mit dem "Valse brillante in As-Dur" von F. Chopin als Solist glänzt. Der Männerchor Germania hat mit "Landerkennung" von E. Grieg und dem "Weinland" von R. Pracht seinen vorläufig letzten öffentlichen Auftritt. Der gemischte Chor singt u.a. das Trinklied aus "La Traviata" von G. Verdi, "Die launige Forelle" von F. Schöggl sowie ein Udo-Jürgens-Medley. Beide Chöre werden von Elena Bedtke dirigiert.
Zum Abschluss dieses großartigen, in bester Erinnerung bleibenden Jubiläumkonzerts singen alle Beteiligten gemeinsam die "Chorfantasie" von L. v. Beethoven und schließlich die Bayernhymne.

Im Dezember beteiligt sich der Verein erstmalig am sog. Schleißheimer Advent mit einem Chorauftritt, bei dem Weihnachtslieder gesungen wurden und an den drei Tagen mit einem Stand auf dem Christkindlmarkt, worduch die schmale Kasse des Vereins erfreulich aufgebessert werden kann.

Ende 2012 beendet Frau Bedtke ihre Tätigkeit als Dirigentin des Gesanvereins Germania. Nachfolger wird der ausgebildete Musikpädagoge Joachim Nikolai und hat bereits im Herbst seinen ersten großen Auftritt mit dem Chor.

Am 3. November 2013 veranstaltet der Gesangverein zusammen mit der Blaskapelle der Musikvereinigung Oberschleißheim - ein Novum in der langen Chorgeschichte - ein viel beachtetes, vielseitiges Konzert im überfüllten Saal des Bürgerhauses. Unter der Leitung von Harald Kirch hat die Blaskapelle eigene Auftritte u.a. mit ihrem Gesangsduo Moni und Sigi. Der Gemischte Chor des Gesangvereins singt unter der Leitung von Joachim Nikolai u.a. den Jägerchor aus "Der Freischütz" von C. M. von Weber, das "Hallelujah" von L. Cohen sowie ein ABBA-Medley, jeweils am Flügel begleitet von Felix Thalhammer, der mit zwei Solo-Auftritten - Sonate Nr. 9 E-Dur op. 14 Nr. 1 von L. v. Beethoven und Prelude Nr. 1 B-Dur von Gershwin - wieder sein herausragendes musikalisches Können unter Beweis stellt. Die vierköpfige Frauengruppe "The Petrols" aus Unterschleißheim entfacht im Saal mit ihrem Gastauftritt wahre Begeisterungsstürme.
Zum stimmungsvollen Abschluss intonieren alle Beteiligten zusammen "Die Himmel rühmen" von L. v. Beethoven und den Gefangenenchor aus "Nabucco" von G. Verdi sowie traditionell mit allen Besuchern die Bayernhymne.

Am Sonntag, 8. November 2015 veranstaltete der Gesangverein Germania Schleißheim um 17 Uhr sein 2. Konzert gemeinsam mit der Blaskapelle der Musikvereinigung Oberschleißheim e.V. Und wieder war der große Saal im Bürgerhaus der Gemeinde bis auf den letzten Platz besetzt.
Zunächst stellten Chor und Blaskapelle ihr beachtliches musikalisches Niveau mit eigenen Stücken unter Beweis. So brachten der Gemischte Chor vor der Pause den "Fliegermarsch" aus "Der fliegende Rittmeister" (Hermann Dostal) zur Aufführung, dann "What a wonderful world" (Arr. Mark A. Brymer) sowie "Die launige Forelle" (Franz Schöggl).
Felix Thalhammer, der den Chor auf dem Flügel begleitete, stellte mit zwei eindrucksvollen Soloauftritten sein großes Können unter Beweis, und zwar mit der Etude op. 25 Nr. 1 von Frédéric Chopin und op. 37 "August" von Peter Ilych Tchaikowski.
Nach der Pause sang der Chor "God gave me a song" (Myrna Summers) und ein "Udo-Jürgens-Medley".
Blaskapelle und Chor intonierten dann gemeinsam "Conquest of paradise" (Arr. Wilfried Kornmeier) und "Freude schöner Götterfunken" (L. v. Beethoven).
Zum Abschluss sangen erstmalig Chor und Publikum gemeinsam, übrigens ein absoluter Volltreffer, begleitet von Gerd Wankmüller auf dem Akkordeon. Dr. Hartmut Schmidt erzählte mit launigen Worten eine kleine Geschichte, in die allseits bekannte Lieder eingebettet waren und deren Text an die Wand geworfen wurde. In bester Laune wurde dann zum traditionellen Abschluss die Bayernhymne gesungen.

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